Saarlooswolfhond Kennel Waya Whakan

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Wesen des Saarloos Wolfhundes.

Der Saarlooswolfhund ist ein Familienhund, Freund und Begleiter. Einer der wenigen Hunde, die keine Arbeitshunde sind. Im Gegensatz zum ursprünglichen Zuchtziel hat er keine bestimmte Aufgabe mehr. Bei ihm kommen ein paar wölfische Eigenschaften und Verhaltensweisen deutlich stärker hervor als bei anderen Hunderassen und diese sollen in der heutigen Zucht aufrechterhalten werden.
Diese Eigenschaften unterscheiden ihn von vielen anderen Hunderassen. Durch die Degenerierung der meisten Haushunderassen im Laufe der Zeit und die Lenkung der Zuchten auf "Familientauglichkeit" sind ursprüngliche Eigenschaften des Wolfes - der Ursprung aller Hunderassen - bei den meisten Rassen kaum noch erkennbar.

Diese natürlichen Eigenschaften geben dem Saarlooswolfhund aber sein außergewöhnliches Wesen über das sich ein neuer Saarlooswolfhund-Besitzer sehr gut informieren sollte, bevor er einen Welpen erwirbt. Typische Saarlooswolfhunden sind sehr menschenfreundlich und niemals aggressiv, obwohl ihr vom Wolf geerbter Fluchttrieb beim Auftreten fremder Personen oder fremder Situationen zunächst einen anderen Eindruck vermitteln kann. Für den unbedarften Besucher ist es schon schwer nachvollziehbar, wenn der Saarlooswolfhond ihn nicht freudestrahlend begrüßt, sondern zunächst zurückweicht und den Zeitpunkt selbst bestimmt. Der Fluchttrieb drückt nicht unbedingt Angst aus, sondern er ist einfach vorsichtig. Dieses Vorsichtige hat den Wolf das Überleben gerettet und daher ist diese Vorsichtigkeit bzw. Scheue beim Saarloos mehr oder weniger vorhanden. Es gilt den eigenen Schutz zu gewährleisten.

Der Saarlooswolfhond ist ein selbstbewusster Hund mit einem starken Willen

Seine hohe Intelligenz fordert eine konsequente Erziehung, allerdings mit viel Liebe und noch mehr Geduld. Kadavergehorsam und ein „will to please“ darf allerdings nicht erwartet werden, aber man sollte auch auf keinen Fall die Ausbildungsfähigkeiten des Saarlooswolfhund unterschätzen. Zwangsmethoden der alten Schule sind für den Saarlooswolfhund absolut nicht geeignet und führen keiner sinnvollen Erziehung und schon gar nicht zum gewünschten Erfolg. Trotz seines Selbstbewusstseins zeigt er große Sensibilität. Beziehung dann Erziehung ist die Divise.

Sein ausgeprägtes Rudelbewusstsein und sein Instinkt für die Rangordnung im Rudel sind auffallend und zeigen deutlich die Erbmasse des Wolfes. In der Gesellschaft anderer Hunde - egal ob Saarlooswolfhund oder sonstige Rassen - fühlt er sich wohl, kann aber auch sehr dominant auftreten, vor allem wenn das Gegenüber unsicher, ängstlich und unterwürfig ist.

Der Jagdtrieb des Saarlooswolfhond, vor allem im Rudel, ist nicht zu unterschätzen, aber mit viel Training und Timing kann man ihn auch bei vielen Hunden recht gut kontrollieren.

Der Saarlooswolfhund erträgt nur schwer das Alleinsein, die Bindung zu seinen Menschen, seiner Familie bzw zu eben seinem Rudel, ist sehr stark und er möchte am liebsten immer und überall dabei sein. Für ausschließliche Zwingerhaltung ist der Saarlooswolfhond nicht geeignet, ebenso wenig für eine Hofhaltung – nur im Rudel kann er mal stundenweise in einem großzügigen Zwinger oder Freigehege alleine bleiben. Er folgt seinem Besitzer auf Schritt und Tritt in jeden Winkel der Wohnung und sucht immer die Nähe.

Der Saarloos hat ausgeprägte Laufeigenschaften und begleitet seinen Besitzer am liebsten stundenlang auf Spaziergängen und Wanderungen durch die Natur. Hat man mehrere Hunde, wird dabei auch gerne zwischendurch miteinander gespielt. Müde oder erschöpft kennt der Saarlooswolfhond hierbei nicht – faul kann er aber zu Hause sehr gut sein und stundenlang das Sofa liegen oder erst gar nicht morgens aufstehen.

Die Anforderungen

Wenn man sich über die Rasse informiert und deren Anforderungen erfüllt, bekommt man einen Haus- bzw. Familienhund, der sein ergebener Partner und Freund ist.

Der Besitzer sollte...

... den Hund in der Wohnung / im Haus halten,
... für „Notfälle“ einen Auslauf im Garten haben oder zumindest schnell in’s Grüne gelangen können,
... viel frische Luft vertragen, denn ausgiebige Spaziergänge und Wanderungen sind ein Muss – wenn man sportlich ist, ist der SWH auch ein guter Begleiter beim Joggen, Radfahren oder Reiten,
... möglichst nur für kurze Zeitabstände den Saarlooswolfhond alleine lassen (und das langsam in kleinen Schritten aufbauen und üben), zum Einen wegen der oben beschriebenen Anhänglichkeit und zum Anderen wegen der Kosten für neue Einrichtungsgegenstände ;),
... viel Zeit für seinen Saarlooswolfhond haben und gemeinsam mit ihm seine gesamte Freizeit verbringen wollen,
... den Saarlooswolfhond konsequent mit viel Liebe und noch mehr Geduld erziehen,
... bei Hundeküssen keine Allergie bekommen, der Saarlooswolfhond liebt seine Rudelmitglieder sehr und zeigt dies auch,
... nicht den Fehler machen, den Saarlooswolfhond nur als Wolfersatz zu sehen.

Der Saarlooswolfhond ist eine Hunderasse, wie jede andere anerkannte Rasse auch, nur mit ein paar Eigenarten und Besonderheiten.

Auf keinen Fall ist er ein Wolf! Arbeitshund oder nicht?

Die Vorstellungen von Leendert Saarloos aus der Kreuzung von Schäferhund und Wolf einen optimalen Arbeitshund für möglichst alle erdenklichen Aufgaben, egal ob Schutzhund, Rettungshund, Blindenhund usw. zu züchten, haben sich auf lange Sicht nicht erfüllt. Der natürliche Fluchttrieb des Wolfes hat den Angriffstrieb, den ein Schutzhund braucht, verdrängt. Das eigenständige Handeln und Denken steht im Gegensatz zum Kadavergehorsam, auf den man sich bei guten Arbeitshunden immer und überall verlassen kann. Der SWH entscheidet oftmals anders, als man es gerne hätte! Aber die wesensfesten Exemplare haben so viel positive Veranlagungen (z. B. hohe Intelligenz, großes Selbstbewusstsein), daß es viel zu schade ist, diese Potentiale brachliegen zu lassen. Auch der Saarloos hat Spaß und Freude an bestimmten Aufgaben, wenn man sie nicht mit zu viel Ehrgeiz betreibt. So gibt es einige Saarlooswolfhonden, die eine Begleithundeprüfung bestanden haben. Auch kann man Agility, Mantrailing, Dog Dancing oder ähnliches ausüben. Aber man sollte das nicht mit der Erwartung, Wettkämpfe bestreiten zu können, angehen und nicht enttäuscht sein, wenn es mal etwas länger dauert, bis das gewünschte Ziel erreicht ist oder alles etwas langsamer geht (Stichwort „Zeitlupenagility“ ;) ). Teile Dein Ziel in kleine Etappen auf und freue Dich über jede Etappe, die Du mit einem Erfolgsergebnis abschließen kannst und vor allem vergiss nicht das Wesentliche: Den Spaß an der Sache!